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1978 - Die Vorgeschichte

 

Meine erste Berührung mit Computer­technik hatte ich im Jahr 1978. Als frisch im­matriku­lierter Student der Elektro­technik an der RWTH Aachen stand ich vor einem über­manns­hohen, voll funktions­fähigen Modell des Taschen­rechners HP-33E, den das winzige Elek­tronik­lädchen "Vero" (aus dem später die VOBIS AG her­vor­gehen sollte) im Ein­gangs­bereich des Audi­max aus­gestellt hatte. Dieser Taschen­rechner war pro­grammier­bar, und zwar in einer sehr eigenen Syntax und mit formi­dablen 49(!) Pro­gramm­schritten. Speichern ließen sich diese Pro­gramme zwar nicht, aber das konnte mich nicht vom Erwerb dieses "Computers" ab­halten (auch nicht der recht hohe Preis). Mit einiger Übung und aus­gefeilter Pro­grammier­technik konnte man mit diesem Gerät recht auf­wendige und kom­plexe Pro­gramme schreiben (und bei Bedarf jedes mal neu ein­geben).

HP-33E

Hewlett-Packard 33E

Seit damals ist meine Faszination für alles was mit Rechnern zu tun hat ge­blieben. Die ersten Heim­computer waren zu­nächst noch aus­schließ­lich für (Heim-)Pro­grammierer ge­baut und relativ ein­fach im Auf­bau. Das änderte sich je­doch mit dem Er­scheinen des legen­dären C-64 von Commodore, mit dem auch all­mählich der Soft­ware­markt er­wachte. Zu­erst noch auf Datasette, in der Folge dann aber auch auf 5,25-Zoll Floppy-Disks, erschien eine Un­zahl an Pro­grammen - Text­ver­arbeitungen, Daten­banken, Spiele - die den Computer­be­sitzer all­mählich vom Pro­grammierer zum An­wender mutieren ließen. Mit der all­mählichen Ver­breitung des Personal Computers gingen Pro­grammierer und User end­gültig unter­schied­liche Wege.

Dennoch habe ich nie ganz mit dem Programmieren auf­gehört. Am An­fang hatten die BASIC-Varianten der Commodore-Computer ge­standen. Mein erster PC hatte dann das so­genannte QBasic, das schon einen recht mächtigen Be­fehls­um­fang und so­gar einen Compiler hatte. Mein Versuch mit PASCAL war zum Scheitern ver­urteilt, da mir dazu die Pro­grammier-Dis­ziplin fehlte – bei BASIC kann man ein­fach drauf­los schreiben, PASCAL ist sehr stark struk­turiert und ver­langt die strikte Ein­haltung von Pro­ze­duren. Schließ­lich habe ich mich noch, be­waffnet mit einem gut 1300 Seiten starken Buch, an Visual Basic heran ge­traut. Die Er­geb­nisse waren gar nicht mal so schlecht. Der eigent­liche Sinn dieser Tätigkeit liegt für mich aller­dings meistens nicht im mehr oder weniger be­nötigten Er­gebnis (dem Pro­gramm), sondern viel mehr in der geistigen Leistung - und dem Ziel, diesem wider­spenstigen Blech­kasten meinen Willen auf­zuzwingen. Der ewige Kampf Mensch gegen Maschine.

Im Folgenden habe ich einmal die ver­schiedenen Rechner­typen auf­gelistet, mit denen ich zu tun gehabt habe, und was mir dazu noch im Ge­dächt­nis ge­blieben ist. Es handelt sich nicht um eine rein tech­nische Be­schreibung - die findet man wo­anders im Netz - sondern mehr um sub­jektive Er­innerungen. Er­gänzungen und Be­richtigungen nehme ich natür­lich gerne unter der unten an­gege­benen E-Mail-Adresse ent­gegen. 

1984 - CBM VC-20

VC20

Der V(I)C-20

Dieser sogenannte Volks­computer kam aus Amerika von der Firma CBM (Commodore Business Machines) und hieß dort VIC-20. Diesen Namen hatte er von seinem Video Inter­face Chip (VIC) und seinen enormen 20 Kilo­byte ROM. In Deutsch­land be­fürchtete man aller­dings an­züg­liche Deutungen und machte daraus den VC-20 (Volks­computer). Es war dies der erste Commodore in der kompakten Brot­kasten-Form. Eine voll­wertige QWERTY-Tasta­tur plus vier doppelt beleg­bare Funk­tions­tasten waren im Deckel mon­tiert, darunter be­fand sich die Platine mit der gesamten Elek­tronik. Diese nicht eben ergo­nomisch ge­formte Kiste wurde von 1981 bis 1985 in ins­gesamt ca. 2,5 Millionen Exem­plaren gebaut.

Sein Rechnerherz bestand aus einer "MOS Technologies 6502"-CPU mit atem­beraubenden 0,9 MHz Takt­frequenz. Sein Arbeits­speicher be­stand aus 5 Kilo­byte RAM, von denen unter BASIC 2.0 3583 Bytes zur freien Ver­fügung standen. Sein Grafik-Chip konnte 22x23 Zeichen Text in 8 Farben dar­stellen - was für ein riesiger Fort­schritt gegen­über den da­maligen Taschen­rechnern! Zu­dem konnte er, was kein Taschen­rechner konnte: Musik machen. Sein Sound­chip war drei­stimmig und jede seiner drei Stimmen konnte 128 Töne in pro­grammier­barer Laut­stärke pro­duzieren. Grafik und Sound ließen sich aber nicht über zu­geordnete BASIC-Befehle steuern, sondern nur über POKE und PEEK, also quasi Maschinen­sprache.

Mit seiner Umwelt kommunizierte der VC-20 über einen an­geschlossenen Fern­seher. Dies geschah über einen mit­gelieferten externen HF-Modu­lator, der am TV-Gerät mit einem An­tennen­kabel an­geschlossen wurde und Bild und Ton in aus­reichender Qualität über­trug. Man konnte auch direkt einen Monitor an die Com­posite-Buchse an­schließen. Des­weiteren ver­fügte der Volks­computer über einen Ex­pansion Port, einen Data­sette-Port, eine serielle IEEE-488 Schnitt­stelle für Dis­ketten-Laufwerk und/oder Drucker, einen User-Port und einen Game­port für digi­tale Joy­sticks, Licht­griffel und analoge Paddles. Die Strom­ver­sorgung er­folgte über ein externes Netz­teil.

Der VC-20 war eigentlich noch ein reiner "Programmier-Computer". Kauf-Soft­ware gab es so gut wie gar nicht, und wenn doch, dann auf Data­sette - was be­deutete: Ein­legen und Kaffe trinken gehen. Lade­zeiten um die fünf Minuten waren völlig normal. Die da­mals auch schon er­hältliche Floppy-Station 1541 hatte kaum je­mand, und auch hier waren die Lade­zeiten be­trächt­lich (nur die Fehler­anfällig­keit war nicht so hoch). Aber man konnte ja schon froh sein, über­haupt die Ergeb­nisse des stunden­langen Ein­tippens sichern zu können, und bei der Data­sette tat man das sicher­heits­halber besser zwei­mal (auf zwei ver­schiedenen Kassetten) um Daten­verlust vor­zubeugen. Fest stand auf jeden Fall: Fasse Dich Kurz! Denn viel Platz war nicht im Speicher, und ich musste ein um das andere Mal Pro­gramm­teile ver­schlanken, weil der Arbeits­speicher schon wieder rand­voll war ...

1986 - CBM C-64

Auch der C-64 war ursprünglich ein VIC-64. Aber aus den oben ge­nannten Gründen wurde er hier in Deutsch­land wiederum unter einem anderen Namen ver­kauft. Um nicht sofort an den kleinen Bruder (eigentlich: Vater) zu erinnern, wurde dem 64er nun auch noch das "V" ab­erkannt. Aber trotz der Ähnlichkeit (Brot­kasten) und der Ver­wandt­schaft haben die beiden kaum Ge­mein­sam­keiten. Die Details werden weiter unten er­läutert, aber so viel sei schon ein­mal ver­raten: Er ist mit seinen über 17 Millionen ab 1982 elf Jahre lang pro­duzierten Exem­plaren der bei weitem meist­verkaufte Rechner der Welt. Die da­mals zur selben Zeit produ­zierten Sinclair- oder Atari-Rechner – ja nicht ein­mal der ja bereits 1981 vor­gestellte erste  IBM PC – kamen an diese Zahlen auch nur an­nähernd heran (es sei denn, man rechnet alle IBM-kom­patiblen PCs zusammen).

C64

Der C-64 in der Brotkasten-Optik

Beginnen wir mit den Gemeinsamkeiten zum VC-20: Das Brot­kasten­gehäuse, die 66-Tasten QWERTY-Tasta­tur und die vier doppelt be­leg­baren Funk­tions­tasten, User-Port und Data­sette-Port. Die ge­samte Elek­tronik war kom­plett er­neuert worden. Das begann schon mit der CPU: Hier wurde eine von der 6502 ab­geleitete 6510 ver­baut. Die Takt­frequenz blieb aller­dings die gleiche. Sein gegenüber den 5 Kilo­byte des VC-20 auf 64 Kilo­byte erhöhter Arbeits­speicher machte ihn für seine be­geisterte An­hänger­schaft wesent­lich inter­essanter, da nun end­lich genug Platz da war - für eigene Pro­jekte und für kom­plexe Kauf-Soft­ware. Es standen nämlich von den 64 KB RAM fast 38 KB für BASIC-Pro­gramme zur Ver­fügung. Von den 20 KB ROM fielen 9 KB auf den BASIC-Inter­preter, 7 KB auf das Be­triebs­system sowie 4 KB auf Zeichen­sätze (die, wie auch im VC-20, keine Um­laute enthielten).

Die Grafik des C-64 war schon um einige Klassen besser: Ein MOS6569-Chip sorgte für 16 dar­stell­bare Farben, und er konnte im Text-Modus je 40 Zeichen mit 8x8 Pixeln in 25 Zeilen hervor­bringen. Im Grafik-Modus schaffte er (mit Ein­schränkungen) bis zu 320x200 Pixel. Dazu konnte er noch bis zu 8 Sprites dar­stellen, das waren frei pro­grammier­bare, 24x21 Pixel große Grafik-Schnipsel, mit denen man in Spielen recht lustige Dinge ver­anstalten konnte; natürlich waren sie auch z.B. als Maus-Zeiger oder sogar für eigene Zeichen­sätze nutzbar.

Das absolute Highlight des C-64 war jedoch sein Sound-Chip: Der SID6581 von MOS-Techno­logies hatte einen der­maßen groß­zügig be­messenen Leistungs­umfang, dass der Rechner bis­weilen auch gerne mal als Synthe­sizer miss­braucht wurde. Um nur ein paar Details zu nennen: Drei mono­phone Hüll­kurven-Genera­toren. Je Stimme vier mög­liche Wellen­formen: Drei­eck, Säge­zahn, Recht­eck mit variabler Puls­breite, sowie Rauschen. ADSR = Attack, Decay, Sustain, Release für jeden Gene­rator separat ein­stell­bar. Hin­zu kommen noch Syn­chroni­sierung, Laut­stärke­regelung, Filterung, Ring­modulation, sowie ein Ein­gang für externe Audio­signale. Außer­dem hatte der SID noch zwei A/D-Wandler  für den Betrieb von Maus/Paddles. Was Spezia­listen aus diesem Sound-Chip heraus­holen konnten grenzt schon ans Un­heim­liche. Als kleiner Heim-Pro­grammierer hatte man es da schon wesent­lich schwerer: Auch dieses Pracht­stück ließ sich wieder nicht über das - aus dem VC-20 über­nommene und völlig un­zureichende - BASIC an­steuern. Ent­weder man behalf sich mit Assembler- oder Maschinen­sprache-Pro­grammierung, oder man griff auf fertige Soft­ware zurück, wie z.B. den Music-Shop oder den absolut genialen Sound-Monitor.

Noch ein paar Worte zu den Schnitt­stellen: Außer den schon genannten hatte der C-64 noch: Einen Composite AV-Ausgang für den An­schluss an einen Moni­tor, einen HF-Aus­gang für den An­schluss an einen Fern­seher (hier war der Modu­lator schon ein­gebaut), einen User­port (z.B. für den Anschluss von Centronics-Druckern, Relaiskarten oder Modems), den CBM-eigenen seriellen Anschluss für Drucker und/oder Dis­ketten­lauf­werk, einen Ex­pansion-Port, sowie zwei Game­ports für Joysticks, Maus oder Paddles. Die Strom­versorgung erfolgte auch hier wieder über ein externes Netzteil.

Für den C-64 gab es auch erstmals eine riesige Auswahl an Software zu kaufen: Hier gab es natürlich in erster Linie Spiele, wie z.B. das kultige Maniac Mansion, oder Zack McKracken, zahl­reiche Jump-And-Run-Spiele, aber auch Flug-, Eisenbahn-, Auto-, oder Wirt­schafts-Simu­lationen. Auf der anderen Seite gab es aber auch nütz­liche An­wendungen für den 64er, wie z.B. Text­ver­arbei­tungen (Textomat), Kalku­lations­pro­gramme (Viza-Calc), oder CAD. Ab 1986 gab es sogar eine maus­gesteuerte grafische Ober­fläche namens GEOS (Graphic Environ­ment Operating System) für den C-64. Da diese aber sehr resourcen­hungrig war, konnte sie auf einem Standard-System (C-64 + Floppy 1541) eigent­lich gar nicht genutzt werden; man brauchte dafür schon Speicher­erweiterungen und am besten eine schnellere CPU und eine Fest­platte (gab es alles mal!).

Den C-64 kannte ich damals wirklich so gut wie in- und auswendig. Um in seine Tiefen ein­zudringen hatte ich fast die ganze Fach­literatur. Von C-64 Intern über Peeks & Pokes bis Tips & Tricks war alles dabei. Sogar die Pro­grammierung der Floppy-Station (die ja eigent­lich ein eigen­ständiger Rechner war) gelang im Bedarfs­fall. So habe ich dann recht auf­wendige Musik­pro­gramme in Assembler pro­grammiert, aber auch einige Spiele und sogar ein Grafik­programm. Die Pro­grammierung in Assembler, einer sehr niedrigen Pro­grammier­sprache knapp ober­halb der Maschinen­sprache,  ist so­wieso die einzige Mög­lich­keit, die Fähig­keiten des C-64 ganz aus­zuschöpfen, wobei man be­stehende Routinen des BASIC-Inter­preters und des Betriebs­systems ge­schickt mit ein­beziehen kann.

So verliebt war ich in meinen 64er, dass ich mich 1988 noch nicht dazu entscheiden konnte, mir als Nach­folger einen IBM-kompa­tiblen PC zu kaufen - obwohl dieser seinen Sieges­zug bereits an­getreten hatte. Was ich wollte war ein 64er, der mehr konnte, besseres BASIC, bessere Grafik, schnelleres Lauf­werk, aber auch die alten Pro­gramme sollten noch nutz­bar bleiben. Das alles hatte der C-128.

1988 - CBM Commodore 128D

C128D

Der C-128 "Blech"

Der C-128 war der erste seiner Art, der nicht das "VIC" vor dem Namen hatte, was nicht weiter ver­wundert, da sein neuer Grafik-Chip nun­mehr VDC hieß. Der C-128 war die eier­legende Woll­milch­sau aus dem Hause CBM und zeigt, wie hart ihnen damals die IBM-PC-Kon­kurrenz schon zu­setzte. Der 128er ist im Prinzip drei Rechner in einem: Ein (fast 100%ig kom­patibler) C-64, ein C-128 und eine Art PC. Hierzu be­saß er zwei(!) CPUs, nämlich eine MOS-Techno­logies 8502, die ab­wärts kom­patibel zur 6510 des 64ers war, sowie eine Z80-CPU. Zudem standen drei Betriebs­systeme zur Ver­fügung: CBM-BASIC 2.0 im 64er-Modus, CBM-BASIC 7.0 im 128er-Modus, sowie CP/M 3.0 (aka CP/M Plus), welches ab­wärts kom­patibel war zu CP/M 2.2, einem direkten Ahnen des be­rühmt-berüch­tigten Betriebs­systems MS-DOS. Der Z80-Pro­zessor läuft im C128 aller­dings nur mit einer Takt­rate von 2MHz anstatt der üblichen 4MHz, und auch das Betriebs­system CP/M (Control Program for Microcomputers) lag nicht wie sonst bei Commodore üblich im ROM, sondern befand sich auf einer bei­gelegten Diskette.

Das besondere beim Modell 128D, welches ich besaß, war das Blech­gehäuse mit inte­griertem Netz­teil, inte­griertem schnellem 1571-Floppy­lauf­werk (mit zwei Lese/Schreib­köpfen!) und separater Tasta­tur. Rein optisch hatte sich CBM also bereits der damals vor­herrschen­den Form des Desk­top-PCs an­genähert, aller­dings hatte der 128er keinen Netz­teil-Lüfter und die Tastatur war nicht über ein dünnes Kabel und PS/2-Stecker an­zuschließen: da sie keinen eigenen Con­troller hatte, wurde sie über ein dickes (und viel zu kurzes) Kabel mit einem -zig-poligen Stecker seit­lich am Rechner angesteckt (ich habe mir dann später noch ein Ver­längerungs­kabel zu­sammen­ge­lötet). Das Lay­out an sich war aber schon ein­mal ein riesiger Fort­schritt gegen­über den Vor­gängern: Die An­ordnung und Form ent­sprach schon fast den heute üblichen PC-Key­boards - ein­schließ­lich Auf­stell­füßchen, Zehner-Block und oben liegenden Funktions­tasten. Sogar auf ein DIN-Layout (mit QWERTZ-An­ordnung und Um­lauten) konnte man jetzt umschalten.

Auch in Sachen ROM und Arbeits­speicher hatte der C-128 nachgelegt: Er hatte jetzt 80KB ROM, die sich folgender­maßen ver­teilten: C64 BASIC V2.0 8KB, C64 Kernal 8KB, C64 Zeichen­satz 4KB, C128 BASIC V7.0 32KB, C128 Kernal 16KB, C128 Zeichen­satz 8KB, Z-80 Boot-ROM 4KB. Das RAM war, wie schon der Name vermuten lässt, auf stolze 128KB an­geschwollen, die natürlich auch hier nicht voll nutz­bar waren, weil das dem je­weiligen Be­triebs­modus zu­gehörige ROM beim Start zu­nächst in den Arbeits­speicher kopiert wurde.

Der Soundchip des C-128 setzte auch dieses Mal Standards: Der neben dem SID6581 (für den C-64-Modus) verbaute SID8580 galt zu seiner Zeit als der wohl beste je­mals in einen Heim­computer ein­gebaute Sound­chip, bestehend aus drei Mono-Synthe­sizern, kom­plett mit Hüll­kurven- und Klang-Filtern.

Die Grafik der 128ers war ein weiteres Schmankerl: Es gab allein drei ver­schiedene An­schluss­möglich­keiten: Fern­seher (inte­grierter Modu­lator), Com­posite-Monitor (analog), sowie einen An­schluss für TTL Digital-RGB-Monitore. Der VDC war nun auch in der Lage, 80 Zeichen auf 25 Zeilen dar­zustellen, eine weitere An­näherung an den Kon­kurrenten PC. Sehr weit fort­geschrittene Pro­grammierer konnten aus diesem recht schnellen und viel­seitigen Grafik­chip er­staun­liche Dinge heraus­holen.

Leider gab es für diesen Rechner so gut wie keine vernünftige Soft­ware, also speziell auf die erweiterten Fähig­keiten zu­geschnittene Pro­gramme. So waren denn auch die (leider viel zu selten er­scheinenden) 128er Sonder­hefte der "64er"-Redaktion immer schnell ver­griffen, denn hier gab es jede Menge Tipps und Tricks, Pro­gramme zum Ab­tippen, sowie recht brauch­bare Software auf beiliegender 5,25"-Diskette. Als Kauf­soft­ware hatte ich das Programm "Hiscreen CAD", das die besonderen Fähig­keiten des VDC voll zur Geltung brachte, sowie "PASCAL für den C-128", mit dem ich aber, wie ein­gangs schon er­wähnt, nicht so recht klar kam.

Trotz seiner schier unbegrenzten Möglich­keiten wurde dieses von 1985 bis 1989 ge­baute Modell sowohl von Commo­dore als auch von den schreibenden sowie pro­grammie­renden Zünften recht stief­mütter­lich be­handelt: CBM war gerade dabei seinen neuen Amiga im Markt auf­zustellen, für die Fach­presse unter­schied sich das auf­wendig konstru­ierte Doppel­herz nicht hin­reichend vom C-64 um als eigen­ständiges Produkt an­erkannt zu werden, und die Soft­ware­her­steller hatten sich nun fast voll­ständig dem PC zu­gewandt - die Pro­duktions­zahlen (nur ca. 4 Mio.) des 128ers ließen nicht auf einen allzu großen Ab­satz­markt für spe­zielle C-128-Pro­gramme schließen. Was schließ­lich auch gegen ihn sprach, war sein – ver­glichen mit den Kon­kurrenz­modellen – extrem hoher Preis von an­fangs fast tausend Mark. Und so war er, ein­gezwängt zwischen seinem immer noch ge­bauten Vor­gänger C-64 und seinem völlig neu konzi­pierten Nach­folger Amiga, zur Chancen­losigkeit verdammt.

1990 - Der erste PC

Mein erster PC war eigentlich gar kein richtiger PC, wie er da­mals de­finiert war. Er war näm­lich kein Blech­knecht, der als Unter­satz für einen Moni­tor diente, sondern er war ein Lap­top, ein B200 der VOBIS-Haus­marke "Hiscreen". Aber er war das, was man damals IBM-kom­patibel nannte, mithin ein echter PC. Und er hatte, wie es sich da­mals noch ge­hörte, hinten Auf­stell­füße und vorne einen ein­klapp­baren Trage­griff – warum sind die eigent­lich aus der Mode ge­kommen? Das Rechen­werk saß da­mals noch nicht unter, sondern hinter der Tasta­tur, da­her auch die recht üppigen Maße von 33x31cm. Das Ge­wicht be­trug satte fünf Kilo­gramm.

Laptop*

Was man früher so Laptop nannte ...

Die nüchternen Daten sind schnell aufgezählt: 8086-Prozessor mit sagen­haften 4MHz Taktung, zwei 720KB 3,5"-Disketten­lauf­werke (hinten links und rechts), 1 serielle (COM) Schnitt­stelle, eine Parallele (LPT1) Schnitt­stelle, 640KB RAM, LCD-Bild­schirm mono­chrom blau auf grau (um­schalt­bar grau auf blau) mit 25x80 Zeichen, Be­triebs­system DR-DOS 3.41 (fast identisch mit MS-DOS), NiCd-Akku­pack 7,2V 1700mAh. Fest­platte - welche Fest­platte? Es gab keine. Dis­ketten­lauf­werk A: ent­hielt das Bet­riebs­system, Lauf­werk B: konnte Pro­gramme ent­halten und Daten speichern. Da dieser Rechner eigent­lich nur als Schreib­maschine be­nutzt wurde (in Ver­bindung mit einem Sei­kosha 24-Nadel-Drucker), war das Fehlen einer Fest­platte neben­sächlich. Bei einem Speicher­platz von 720 Kilo­byte musste man schon sehr viel schreiben, um an Grenzen zu stoßen. Mittel zum Zweck war das Pro­gramm "Textomat Plus PC" von Data Becker, das nur ganze 245KB (inklusive aller Drucker­treiber, Bei­spiel- und Hilfe-Dateien) auf der Dis­kette be­nötigte. Zum Ver­gleich "Word2000": 8.605KB nur das Pro­gramm! Aber im Zeit­alter der Tera­byte-Platten ist das ja alles kein Problem mehr ...

Fünf Jahre lang fristete dieses Wunder­werk der Technik sein freud­loses Da­sein als elek­trische Schreib­maschine für amt­liche Schrift­wechsel, an­gefangene und nie be­endete Romane sowie für Staats­examen; immer im Schatten des coolen C-128, mit dem man spielen und musi­zieren konnte. Dieser Lap­top war nichts für kreative Computer­freunde: Für den Sound sorgte ein Piezo-Piepser, die Grafik war eigent­lich nur text-taug­lich und pro­grammieren – ja, da kam man mit CBM-BASIC-Kennt­nissen auch nicht weiter. Im Prin­zip wäre man mit einer Schreib­maschine und Tipp-Ex genau so gut bedient gewesen ...

1995 - Der erste richtige PC

Compaq*

Komplettes Multimedia-Paket: Der CDS 962

Anno 1995 war es dann end­lich so weit: Der erste richtige PC stand unterm Schreib­tisch. Ein richtiges Un­geheuer und voll auf der Höhe seiner Zeit: Er war einer der ersten mit dem sagen­haften Pentium-Pro­zessor. Eigent­lich wollte ich da­mals einen richtig schnellen 486er haben, wie sie da­mals noch Gang und Gäbe waren. Aber man riet mir ab (Gott sei Dank) und es folgte ein richtig tiefer Griff in die Familien­schatulle: Der nackte Rechner mit einem 15-Zoll-Farb­monitor (damals waren 14 Zoll normal) kostete den Wahn­sinns­preis von vier­einhalb tausend Mark. Es handelte sich um einen Compaq Presario CDS 962.

Hier erst einmal die beeindruckende Ausstattung: Intel-Pentium mit 60MHz Taktung (schneller als ein 100MHz 486er, hieß es da­mals), On­board Grafik 1MB RAM (auf 2MB er­weiter­bar) mit 800x600 Pixel bei 16 Bit Farb­tiefe, 16 Bit On­board-Sound mit stereo in/out, CD-Lauf­werk mit 4-facher Ge­schwindig­keit (damals Ober­klasse), 3,5" Floppy-Lauf­werk, 535MB Fest­platte (ein halbes Giga­byte!!!), Arbeits­speicher 8MB on­board (Standard: 4MB), serielle und parallele Schnitt­stelle. Eine Tastatur, eine 2-Tasten-Maus, zwei Billig-Boxen, ein Mikro­fon. Drei Jahre Garantie! Be­triebs­systeme MS-DOS 6.2 und MS-Windows 3.1. Dazu der riesige Fünfzehn­zöller und ich war KING!

Mit diesem Teil begann also meine PC-Karriere. Besonders wichtig: er hatte alles, was man sich von einem Multi­media-PC da­mals wünschen konnte, und es gab dafür massen­haft Soft­ware! Und es kam wie es kommen musste: im Laufe der Jahre wurde die Kiste auf­gerüstet, um mit der nun­mehr mickrigen Aus­stattung am rasanten PC-Fort­schritt weiter­hin teil­haben zu können. Das RAM wurde nach und nach auf 40MB auf­gerüstet, die Fest­platte wurde durch eine 800er, und ganz zuletzt sogar durch zwei 2GB-Platten ersetzt. Als Backup-Lösung baute ich ein Iomega-Band­lauf­werk ein, das bis zu 800MB fasste.

Endlich konnte ich nun, neben amtlichem Schrift­wechsel, an­gefangenen und nie be­endeten Romanen, auch wieder selbst kreativ tätig werden. Der Schlüssel hierzu war QBasic, das zum Betriebs­system MS-DOS dazu­gehörte. Meine CBM-BASIC-Kennt­nisse nützten mir hier zwar auch nicht sehr, aber wenn man so eine Sprache erst ein­mal be­herrscht hat, dann kommt man auch mit den Dialekten gut zu­recht. Vor allem der un­geheure Befehls­umfang ver­wirrte mich an­fangs. Ge­mäß guter alter Tradition deckte ich mich also erst einmal mit Literatur ein: Das QBasic-Buch gehört zu den zer­lesensten in meinem Bücher­regal. Ich stürzte mich also aufs Pro­grammieren und bald hatte ich eine an­sehn­liche Sammlung ver­schiedenster An­wendungen zu­sammen: Spiele, Tools und sogar ein 3D-Zeichen­programm waren dabei.

Und nicht nur zum Programmieren, auch in musikalischer Hin­sicht war mein Presario sehr gut zu ge­brauchen. Die ein­gebaute MIDI-Schnitt­stelle er­mög­lichte die Ein­bindung des Rechners in mein kleines Heim­studio, das zunächst nur aus einem Key­board (Casio CTK-530), einem Sequenzer (Cakewalk Home Studio) und einem Kassetten­rekorder bestand. Noch bis 2005 war dieser Rechner Herz­stück meiner seit­dem etwas ver­größerten An­lage. Anfang 2000 war dann aber end­gültig nichts mehr zu machen: Der Compaq hatte als Haupt­rechner aus­gedient. Die An­forderungen, be­sonders auf den Gebieten Grafik und Rechen­leistung, waren ein­fach zu hoch. Reichte er für einfache DOS-Spiele noch aus, so war er doch den neueren Windows-basierten Spielen bald nicht mehr ge­wachsen - zumal es auch immer weniger Soft­ware für Windows 3.1 gab. Ein Neuer musste her!

2000 - Der zweite PC

Dieser elektro­graue Kasten war für mich anno 2000 ein großer Sprung nach vorne. Näm­lich weg von einer mick­rigen Pentium-I-Kiste, zurück in die ge­hobene Mittel­klasse. Er hörte auf den ziem­lich exo­tischen Namen "Fujitsu-Siemens T-Bird 550 Avant­garde CDR". Er war seinem Vor­gänger in wirk­lich allen Be­reichen mehr als haus­hoch über­legen und brachte nun end­lich wieder die Power ins Büro, die man in jenen Tagen brauchte: Mehr Ge­schwindig­keit, bessere Grafik, besserer Sound, besseres Betriebs­system - und das noch nicht einmal zum halben Preis, den ich für den Alten hatte hin­legen müssen.

T-Bird*

Der "Thunderbird" unter den PCs

Hier die (damals) überzeugenden Fakten: Pentium III mit 550MHz (+800%), Grafik­karte ATI RAGE 128 Pro AGP mit TV out und 32MB RAM (+3000%), Arbeits­speicher 128MB SDRAM (+1500%), Fest­platte 30GB (+5900%), CD-Lauf­werk 40-fach (+900%), CD-Brenner 4x/4x/24x, 2 USB-Ports (1.1), Windows 98SE. Dazu ein 19-Zoll-Röhren-Monitor. Wie gesagt, ein großer Sprung nach vorn. Die Standards hatten sich inner­halb dieser fünf Jahre teil­weise mehr als ver­zehn­facht!

Mit diesem schlichten Modell konnte ich weiterhin das tun, was ich vorher auch getan hatte, nur eben jetzt wieder in adäquater Ge­schwindig­keit. Etwas aber war mit ihm möglich, das ich mit dem Compaq nicht konnte, und das mir völlig neue Welten er­öffnete: Zu­gang zum Internet. In Windows 98SE hatte ich ein aus­gesprochen zu­verlässiges Betriebs­system gefunden, das den Internet-Zugang praktisch schon be­inhaltete: Ein­fach noch einen Provider suchen und los­surfen. Natür­lich mit ge­mäch­licher Gang­art – DSL gab es noch nicht. Ein per USB an­geschlossenes ISDN-Modem war Stand der Technik und ge­nügte meinen Ein­steiger-An­sprüchen voll­auf. Den bord­eigenen Internet-Explorer habe ich aber schon da­mals nicht ge­mocht und gegen einen Net­scape-Browser ge­tauscht. So tastete ich mich be­hut­sam in die große Welt des World Wide Web vor. 

Auch diesem Rechner ging es nicht besser als seinem Vorgänger: Er alterte schneller als ein gemischter Salat in der Mittags­sonne. Um diesen Prozess zu­mindest zu ver­lang­samen, unter­zog ich ihn einigen Frisch­zellen­kuren: Der Arbeits­speicher wurde auf 512MB auf­geblasen, das CD-Laufwerk wurde gegen ein DVD-Lauf­werk aus­getauscht, der CD-Brenner gegen ein gleiches Modell mit 48x24x52x, der Fest­platte ge­sellte sich eine zweite mit 60GB hinzu. Diese konnte ich aber nicht voll nutzen, da das BIOS nur 32GB erkennen konnte (hätte ich die Kiste nur zwei Monate später gekauft...).

So hatte denn auch der "T-Bird" Anfang 2003 sein Mindest­haltbarkeits­datum über­schritten und wurde dem noch nicht so anspruchs­vollen Nach­wuchs über­eignet. An seine Stelle trat dann der PC, mit dem ich die folgenden 6(!) Jahre meine amt­lichen Schrift­wechsel etc. an­gefertigt und das Inter­net durch­pflügt habe.

2003 - Der dritte PC

Medion* später Miditower* schließlich Aerocool*

anfangs ...                               ... später ...                           ... schließlich

 

Mein dritter PC begann seinen Dienst 2003 als Medion-Rechner, wie sie zu Aber­tausenden von einer großen Technik-Markt-Kette ver­trieben wurden. Darin steckte aller­lei Gutes und zu seiner Zeit auch Aktu­elles. Auch vom Design her war er recht hübsch an­zusehen: Die Lauf­werks­schächte für CD/DVD waren ver­deckt, eben­so das Dis­ketten­lauf­werk, das sich hinter einer elegant nach unten gleitenden Klappe ver­barg (auf dem Foto gerade offen), zu­sammen mit einem Multi­media-Panel, auf dem sich Audio- und Video­anschlüsse nebst USB- und Fire­wire-An­schlüssen be­fanden. Die Aus­stattung, sowie das Preis/Leistungs­verhält­nis waren also in Ord­nung. Wie es zu der wunder­samen Ver­wand­lung kam, dazu später mehr.

Zunächst also die nackten Fakten: Pentium4 mit 2,4GHz, AGP-Grafik­karte Nvidia Geforce 4200Ti mit 128MB Grafik-RAM, 512MB Arbeits­speicher, 80GB Fest­platte, DVD-Lauf­werk, CD-Brenner, Dis­ketten­lauf­werk. Windows XP-Pro. 17" TFT-Monitor von Sam­sung. So­weit waren die Zu­wächse nicht über­mäßig. Be­merkens­wert hin­gegen war die äußerst geringe Laut­stärke, mit der dieser Rechner seinen täg­lichen Dienst ver­sah. Der CPU-Lüfter war über das Mother­board drehzahl­geregelt und somit im Normal-Betrieb kaum zu ver­nehmen. Nur bei inten­siven Rechen­vor­gängen kam er ge­legent­lich über die Hör­schwelle. Zudem war der Medion-Rechner auch noch in einigen Details üppig bestückt: Vier USB-Anschlüsse, zwei Firewire-Schnitt­stellen, Ethernet-Buchse, Mikrofon- und Kopf­hörer­an­schlüsse rück­seitig und im Front­panel, S-VHS-Buchsen, Com­posite TV-out An­schluss, Com­posite-in (!) An­schluss, sowie einen 5.1 On­board 'AC97 Soundchip. 

Und diesem guten Stück ging irgendwann einmal die Puste aus: Mother­board ex. Ich also, nicht faul, ein neues gekauft. Ein­bauen: geht nicht. Die Medion-Rechner sind so eng gebaut, dass normal-große Mutter­bretter nicht hinein­passen. Also: ein neues Ge­häuse musste her (siehe zweites Foto). CPU samt Lüfter trans­plantiert, Grafik­karte wieder ein­gebaut. Ein­schalten: Lärm! Das ASUS-Board, das ich mir ge­kauft hatte, konnte die Lüfter­dreh­zahl nicht regeln. Der (wie sich heraus­stellte recht billige) CPU-Lüfter drehte und klapperte auf Höchst­dreh­zahl - nicht aus­zuhalten. Also musste ein neuer, leiserer Lüfter her. Das Spitzen­modell von Zalman samt front­seitiger Dreh­zahl­regelung be­hob mein Problem auf hoch­effiziente und teure Weise. Leider hatte ich auf dem neuen Main­board nun keine Fire­wire-Anschlüsse mehr, und auch der On­board-Sound war nur noch einfach stereo. Wie gut, dass ich diese Extras sowieso nie genutzt habe.

Etwas später musste ich auch bei diesem Rechner zu unterstützenden Verjüngungs­kuren greifen: Der Arbeits­speicher wurde auf 1024MB ver­doppelt (nach zahl­reichen ergebnis­losen Ver­suchen). Die Grafik­karte wurde gegen eine Nvidia 6600 mit 256MB RAM aus­getauscht - auch hier musste aus Lärm­gründen ein Zalman-Lüfter drauf; jetzt hatte ich eine schnellere und bessere Grafik, dafür aber keinen Video-Ein­gang mehr. Der 17-Zöller wich einem 19"-TFT von Fujitsu-Siemens, der jetzt endlich per DVI-Kabel an­geschlossen wurde. Die CPU über­taktete ich mit milden 10%, sodass ich mit 2,64GHz arbeiten konnte. Der CD-Brenner wurde gegen einen DVD-Brenner von Philips aus­getauscht. Das DVD-Lauf­werk musste wegen Alters­schwäche getauscht werden. Die Fest­platten­kapazität betrug am Ende 2x250GB und gab zu der Hoffnung Anlass, für die nächsten ein bis zwei Jahre aus­reichend zu sein. Die einzigen Original-Teile aus dem ursprünglichen Medion-Rechner waren also die CPU, das Disketten­lauf­werk und das Betriebs­system.

Wegen fehlender Kompatibilität zu aktuellen Normen und Standards - zum Beispiel PCI-Express und SATA - war an eine weitere Auf­rüstung nicht mehr zu denken. Also be­schloss ich, mir nach und nach einen neuen Rechner zusammen zu kaufen. Den Anfang machten ein neues Gehäuse Aerocool Extreme Engine 3T und ein 500-Watt-Netzteil von BeQuiet. Diese werkelten noch gut ein Jahr mit dem alten System zusammen (siehe drittes Foto oben), bis dann schließlich ...

2009 - Der vierte PC

Anfang 2009 war es dann soweit: Ich kaufte den Rest und montierte meinen ersten wirklich selbst­gebauten PC. Gehäuse, Netz­teil, optische Lauf­werke und Betriebs­system (immer noch XP-Pro) hatte ich ja schon. Sogar das alte 3,5" Disketten­lauf­werk war immer noch an Bord - man weiß ja nie. 

Als Motherboard wählte ich ein ASUS P5Q. Das war ein solides Teil ohne viel Schicki­micki, das mit der damals aktuellen Intel-Prozessor-Gene­ration gut zu­recht kam. Als CPU hatte ich jetzt eine Intel Core Duo E8400, die mit 2x3GHz zuwerke ging. Ge­kühlt wurde sie von einem Thermal­take Golden Orb II (der gute alte Zalmann passte leider nicht mehr). In den RAM-Slots steckten 2x2048MB DDR2-Dual-Channel-Bau­steine von OCZ (auch wenn XP in der 32-Bit-Version - genau wie Vista/WIN7 -  nur knapp 3,5 GByte nutzen kann). Die Grafik besorgte eine PCIe-Karte von  PNY mit 512MB DDR3-RAM und Nvidia 9800GT GPU, die einen 22"-Wide­screen-TFT von LG befeuerte. Gekühlt wurde die Grafik­karte von einem absolut geräusch­losen (weil lüfter­losen) Passiv­kühler Arctic Cooling Accelero S1 Rev.2. Als Massen­speicher kamen zwei Samsung SATA-II-Platten mit je 500GB zum Ein­satz. Ins­ge­samt gab das einen ganz schönen Sprung nach vorn. 

Das Gehäuse wurde dann noch von innen mit Dämm-Matten beklebt. Zu­sammen mit dem front­seitigen 140er und dem seitlichen 220er Gehäuse­lüfter, die elek­tronisch geregelt auf niedrigster Dreh­zahl liefen, und dem auf Mini­mum laufenden CPU-Lüfter, hatte ich jetzt einen fast geräusch­losen, aber den­noch thermisch gesunden Rechner.

Aerocool*

Gleiches Gehäuse, neuer Inhalt!

Doch auch dieser PC ging 2011 in die erste Erneuerungsrunde: Die Grafik­karte wurde getauscht, und zwar aus folgendem Grund: Die oben beschriebene Nvidia 9800GT von PNY meldete beim Ein­schalten des Computers immer: Engineering Release - Not For Production Use. Da die Karte aber ein­wand­frei funktionierte, dachte ich mir weiter nichts dabei. Erst als es an das erste Up­date ging wurde mir be­wusst, dass mit dieser Karte etwas nicht stimmte. Komplett­absturz. Keinen Anzeige mehr. Erst die Re-Installation der Original-Treiber von der bei­liegenden CD brachte wieder ein Bild. Up­dates waren also un­möglich. Auch eine even­tuelle In­stallation unter einem neueren Betriebs­system wie Windows 7 ent­fiel dadurch natürlich.

Also wurde eine Nvidia GeForce GTS 450 OC von Giga­byte angeschafft. Die läuft jetzt auch mit den neuesten Treibern und hat 1GB DDR5 Grafik­speicher. Schade nur, dass mein Passiv­kühler hier nicht zu ver­bauen war. Meine anfäng­lichen Bedenken be­züg­lich der Laut­stärke der 2(!) Grafik­lüfter wurden aber schnell zer­streut: Die Hör­bar­keits­schwelle wurde kaum jemals erreicht.

Ebenfalls im Jahr 2011 verabschiedete sich mein kaum 3 Jahre altes Recording Inter­face von Terratec. Ein neues von M-AUDIO wurde an­geschafft und läuft genauso gut.

Nochmal 2011: Das Motherboard, keine drei Jahre alt, hat sich verabschiedet. Hätte ich von ASUS nicht gedacht. Also musste ein neues her. Die Aus­wahl an Sockel775-MBs war natur­gemäß recht be­schränkt, da mittler­weile schon veraltet. Schließ­lich wollte ich nicht auch noch eine neue CPU kaufen müssen. Also arbeitet jetzt ein ASRock P5B-DE in den Tiefen meines Rechners, eben­falls ein Board ohne viel Schicki­micki. Aus­tausch und Ein­richtung waren in wenigen Stunden voll­bracht. Ich hoffe nur, dass dieses etwas länger hält ...

Anfang 2012: Auch das Netzteil (mit drei Jahren Garantie!) hat sich jetzt nach knapp über drei Jahren ver­abschiedet. Marken­ware scheint ihren (Mehr-)­Preis nicht mehr wert zu sein. Also kam ein No-Name-Produkt zum Ein­satz, das ebenfalls über einen großen - also leisen - Kühl­lüfter verfügt; aller­dings zum halben Preis der Marke. Mal sehen, wie lange das Teil halten wird.

Ende 2013: Angesichts des nahenden Support-Endes für Windows XP habe ich mich für Windows 7 ent­schieden. Die Um­stellung verlief im Großen und Ganzen glatt und ohne große Probleme. Einige Uralt-Pro­gramme wollten aber den erneuten Um­zug nicht mehr mit­machen, darunter leider auch Outlook 2000 und Cakewalk ProAudio 6. Egal, das ist eben die Zukunft – wer nicht mithält bleibt zurück!

Mitte 2016: Die erste Festplatte macht schlapp. Fährt nur noch hoch, wenn man ein bisschen daran klopft. Sie wird durch eine 480GB SSD von SanDisk er­setzt. Die hat keine be­weg­lichen Teile und hält hoffent­lich noch recht lange. Die zweite Platte folgt wenige Wochen später. Der Rechner ist jetzt herr­lich ruhig! Das sind jetzt die letzten Versuche, die Kiste noch ein wenig am Laufen zu halten ...

 

PS.: Mir ist aufgefallen, dass ich bis jetzt (von WIN NT, 2000 und anderen Exoten mal ab­gesehen) stets nur jede zweite Windows-Version genutzt habe: WIN3.1, WIN95, WIN98, WIN ME, WIN XP, WIN Vista, WIN7, WIN 8. WIN10 be­geistert mich jetzt aber auch nicht so. Ich bleibe erst­mal bei WIN7. Mal sehen, was die Zukunft bringt...

So wie es aussieht hat der Blechknecht mit Monitor, Tastatur und Maus, der seit fast zwei Jahr­zehnten einen der zentraleren Punkte in meinem Leben (und unter dem Schreib­tisch) ein­genommen hat, wohl all­mählich aus­gedient, und hippe Touch­pads und über­dimensio­nale Smart-Phones sind auf dem Vor­marsch. Ich kann mich dem wohl kaum ent­gegen­stemmen, aber ein bisschen Weh­mut über­kommt mich schon bisweilen.

 


 

Tempora mutantur, nos et mutamur in illis

Die Zeiten ändern sich und wir uns in ihnen - Kaiser Lothar I. (817-855)

(... hätte ich nicht besser sagen können!)

 


 

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